Historie

Historie des Gräftenhofes Haus Runde

Erstmals erwähnt wird Haus Runde 1370 im Heberegister des münsterschen Stifts St. Mauritz. Zu der Zeit war Haus Runde einer der Haupthöfe und Lehensgut des Stifts.  Damals wurde der Hof von der Familie Bertling bewirtschaftet und trug zu der Zeit auch selbigen Namen. Erst 1693 fiel der Hof an eine der Töchter Bertling, die mit Caspar Runde verheiratet war. Dem Inschriftbalken des malerischen Torhauses ist zu entnehmen, dass dieses 1695 entstand.

Der Name „Haus Runde“

Joan Werner Olfers (Schwiegersohn der Familie Runde, sowie Hof- und Kammerrat Bürgermeister) kaufte den Gräftenhof 1744  und benannte das Gut nach seiner Frau „Haus Runde“.

Gebäude und Ausstattung

Obwohl weder ein Schulte noch ein hochrangiger Geistlicher des Stifts auf dem Hof gewohnt haben, wurden das Wohnhaus und der Speicher schon frühzeitig aus Stein und nicht aus Fachwerk erbaut. Dabei ist vor allem der zweigeschossige Speicher aus Back- und Sandstein mit seinem Charme zu nennen. Aus dem typischen Renaissance Stil lässt sich schlussfolgern, dass er im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Früher war der Speicher noch von einer weiteren Gräfte umgeben, die zum Teil noch im Jahr 1950 erhalten war. Der ursprünglich quadratische Grundriss des Speichers diente bereits früh auch als Aufenthaltsstätte und wurde 1889 von Clemens v. Olfers erweitert. Außerdem ließ er sowohl ein Südtürmchen als auch einen Treppengiebel an das Gebäude bauen.

Weiterhin ist nicht ganz eindeutig, wann das Wohnhaus und die Tenne erbaut wurden. Das Haus ist bereits auf Plänen von 1822 zu sehen und wurde wahrscheinlich bereits deutlich früher erbaut. Der Wohnbereich besteht ebenfalls aus Back- und Sandstein, der Mitte des 19. Jahrhunderts noch durch einen Anbau vergrößert wurde.

Auch wenn Haus Runde früher nur als Jagd- und Sommersitz genutzt wurde, entstanden vor allem im 19. Jahrhundert zahlreiche neue Gebäude.

Dazu gehört das ehemalige Brau- und Lagerhaus mit seinem Uhr- und Glockenlaufwerk, dass 1870 entstanden ist, jedoch inzwischen zu einem Wohnhaus ausgebaut wurde. Außerdem eine Fachwerkscheune und kleinere Fachwerkbauten. Im Jahre 1890 wurde die steinerne Brücke, die als Einfahrt über die Gräfte dient, erneuert und der für die Öffentlichkeit zugängliche Landschaftspark außerhalb der Gräfte angelegt.

Heutiger Zustand

Im Jahre 1937 wurde die Bewirtschaftung der Flächen von Franz v. Olfers übernommen, der mit seiner Familie in das Haupthaus einzog und weitere Gebäude für die landwirtschaftliche Nutzung errichtete. Damals war die Haupteinnahmequelle die intensive Schweinehaltung, die heute nicht mehr existiert. Im Nebenerwerb betreibt die Familie v. Olfers noch den Obstbau auf einem Teil der Flächen, die um den Hof herum gelegen sind. Die meisten Flächen sind jedoch verpachtet.

Die liebevolle Pflege des Gartens trägt zum Erhalt des typischen Charakters des malerischen münsterländischen Gräftenhofes bei.

 

Besichtigungsmöglichkeiten

Das Betreten der Anlage ist nur mit vorheriger Anmeldung gestattet. Es lässt sich aber auch ein guter Einblick über die Gräfte gewinnen.